Bufdi und FSJ – eine Option für die Zeit nach dem Abitur

previous arrow
next arrow
Slider

Während manch frisch gebackener Abiturient nach der Schulzeit sofort ein Studium aufnimmt oder eine Ausbildung beginnt – auch ein längerer Auslandsaufenthalt zur Selbstfindung ist eine gern gewählte Option –, hat es eine stattliche Anzahl an ehemaligen DGK-Schülern nach ihrem Schulabschluss in den Rettungsdienst verschlagen, wo sie einen Bundesfreiwilligendienst (BFD bzw. Bufdi) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisteten. Dies ist der Antrieb, warum das BRK seit mehreren Jahren mit dem Donau-Gymnasium kooperiert und regelmäßig Oberstufenschüler über die Möglichkeiten von Bufdi und FSJ im Rettungsdienst und Krankentransport informiert.

So konnten fast vierzig Interessierte aus der Q11 und Q12 in einem Vortrag am 27. Oktober 2020 – pandemiebedingt in zwei Gruppen und in unterschiedlichen Räumen – Informationen über Bufdi und FSJ beim BRK Kreisverband Kelheim aus erster Hand erhalten. Demnach beschäftigt der Kreisverband regelmäßig zwölf bis 15 Freiwillige, die in der Regel am 1. September ihren Dienst antreten und normalerweise ein ganzes Jahr lang bleiben. Auch wenn sie größtenteils im Krankentransport eingesetzt sind, sind Bufdis und FSJler nicht selten mit medizinischen Notfällen konfrontiert, beispielsweise in der Erstversorgung eines Patienten bei einem Notarzteinsatz, weswegen eine fundierte, vierwöchige Ausbildung, gefolgt von einer Einarbeitungszeit als dritte/r Frau/Mann am Fahrzeug, Pflicht ist. Sie sind jedoch immer einem qualifizierten Verantwortlichen unterstellt.

Klaus Fuhrmann, der stellvertretende Leiter Rettungsdienst, und Lehrnotfallsanitäter Stefan Schinn gingen auf häufige Motive, die bei ehemaligen Bewerbern ausschlaggebend waren, einen Freiwilligendienst zu leisten, ein. Ferner beantworteten sie Fragen, beispielsweise nach dem Verdienst (ca. 410 € pro Monat), dem Versicherungsschutz, dem Schichtsystem, den Möglichkeiten der Weiterqualifizierung und -beschäftigung usw.

Quintessenz war, dass weniger der Adrenalinkick im Vordergrund stehen sollte, sondern neben medizinischem Interesse das Kennenlernen der kompletten Bandbreite der Gesellschaft – man lernt Familien und Schicksale kennen, zu denen man sonst nie Zugang gefunden hätte. Insofern zeigt die Erfahrung, dass Bufdi und FSJ ausgezeichnete Möglichkeiten der Persönlichkeitsreifung und Selbstfindung sind, auch in beruflicher Hinsicht.

Thomas Harrieder