Briefmarathon 2018 der Menschenrechts-organisation Amnesty International


1948 – 2018: 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Nach zwei verheerenden Weltkriegen, großem Leid und nicht für möglich gehaltenen Verbrechen war die Verabschiedung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ am 10. Dezember 1948 ein historischer Moment: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Mit diesem Satz haben die Vereinten Nationen jedem Menschen auf dieser Erde – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status – die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert. Jedes Jahr fordern Hunderttausende Menschen weltweit anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden. Außerdem schicken sie Solidaritätsnachrichten an Menschen, deren Rechte verletzt werden. Diese Briefe zeigen den Betroffenen und ihren Familien, dass sie nicht allein sind. Und sie machen Regierungen Druck: Zu Unrecht inhaftierte Menschen werden freigelassen, diskriminierende Gesetzestexte geändert und politische Aktivistinnen und Aktivisten in ihrer Arbeit unterstützt und gestärkt.

Motto: „Schreib für Freiheit“

Rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2018 startete Amnesty International den Briefmarathon an Schulen, die weltweit wohl größte Briefaktion für Menschen in Not und Gefahr. Dabei schrieben Hunderttausende Menschen in allen Teilen der Welt Millionen Briefe, in denen sie ihre Solidarität mit Menschen zum Ausdruck brachten, deren Rechte verletzt werden, und appellierten so an Regierungen, die Menschenrechte zu achten. Dabei zählt jeder Brief, denn jeder Brief kann Leben retten, Folter und Unrecht verhindern und Menschen vor unfairen Prozessen schützen. 2017 verfassten deutsche Schülerinnen und Schüler dabei fast 78.000 Briefe.

Weltweit haben sich Menschen mit 5,5 Millionen Briefen, E-Mails, Online-Aktionen und Unterschriften für Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten eingesetzt – ein neuer Rekord, so die amnesty-Sektion Deutschland.

Auch in diesem Jahr standen wieder vier Einzelschicksale im Mittelpunkt. Im Iran kritisierte Atena Daemi die hohen Hinrichtungszahlen, verteilte Flugblätter gegen die Todesstrafe und nahm an einem friedlichen Protest gegen die Hinrichtung einer jungen Frau teil. Daemi wurde dafür zu sieben Jahren Haft verurteilt, in der sich ihr Gesundheitszustand dramatisch verschlechterte. In Venezuela sind Aktivisten für Jugendliche in Armenvierteln täglich Einschüchterungen und Schikanen ausgesetzt. In Südafrika kämpft Nonhle Mbuthuma mit dem Amadiba Crisis Committee gegen die rechtswidrige Landnahme eines Bergbauunternehmens, welches für den Abbau von Titan mehrere Dörfer ihrer Existenzgrundlage berauben will. Einen Anschlag auf ihr Leben hat Mbuthuma bereits überlebt, ein Mitstreiter wurde 2016 ermordet. Und im letzten Beispiel engagiert sich Vitalina Koval in der Ukraine für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen und sieht sich dabei mit rechtsextremen Gruppen konfrontiert.

Die Schülerinnen und Schüler des Donau-Gymnasiums konnten sich nach Beschäftigung mit den jeweiligen Fällen entscheiden, ob sie überhaupt einen Brief verfassen möchten, und wenn ja, ob sie sich direkt bei den jeweiligen Regierungen für die Menschen einsetzen oder bzw. und auch den Betroffenen selbst durch eine direkte Kontaktaufnahme ihre Unterstützung zusagen möchten. Insgesamt stieß der Briefmarathon auf reges Interesse bei Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, sodass kurz vor Weihnachten insgesamt 161 Briefe an Amnesty International geschickt werden konnten.

Weitere Informationen zu den Erfolgen des Briefmarathons können nachgelesen werden unter:

www.amnesty.de/briefmarathon-schule

Auch 2019 werden wir gerne wieder teilnehmen und unsere Stimme erheben für die Menschenrechte.

Stefan Urbansky